IGZWD

Interessengemeinschaft Zweitwohnungseigentümer/-innen Disentis/Muster

Neues Tourismusgesetz

Mit dem neuen, am 1. Januar 2015 in Kraft getretenen «Gesetz über Gäste- und Tourismustaxen», Tourismusgesetz (TG) bezahlen Zweitwohnungseigentümer der Gemeinde Disentis/Mustér wesentlich mehr gegenüber dem alten «Gesetz über die Kurtaxen und die Tourismusförderungsabgaben».

Die am stärksten Betroffenen - die Zweitwohnungseigentümer (ZWE) - wurden bei der Ausarbeitung des neuen Gesetztes weder befragt, noch konnten sie dazu Einfluss nehmen. Die Gemeinde hat es verpasst, mit geeigneten Mitteln die ZWE über das neue Gesetz zu informieren. Sie wurden über die bevorstehenden Änderungen im Dezember 2014 mit einem Schreiben vor vollendete Tatsachen gestellt. Entsprechend waren die Reaktionen nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes. Viele Zweitwohnungsbesitzer waren wütend über die Vorgehensweise sowie die mangelnde Transparenz über die Höhe der Einnahmen und deren Verwendung. Viele ZWE sind teilweise seit Jahrzehnten treue Gäste und Kunden. Sie sind enttäuscht über die fehlende Wertschätzung gegenüber eine der wichtigsten Gruppe für die regionale Wertschöpfung und das Steueraufkommen der Gemeinde.

Auswirkungen des neuen Tourismusgesetzes

Die folgende Aufstellung zeigt den Vergleich zwischen dem alten und neuen Tourismusgesetz anhand der Abgaben 2014/15 gemäss dem alten TG und den Abgaben 2016 des neuen TG. Diese Zahlen wurden von der Gemeinde Disentis/Mustér und dem Verein Sedrun Disentis Tourismus (SDT) bestätigt.


Es zeigt sich ganz klar, dass die Hotels und Gruppen/Lager massiv entlastet werden und die Zweitwohnungseigentümer mehr als das Doppelte bezahlen müssen. Mit dem neuen TG erhöhen sich die Gesamteinnahmen um 50%!

Wir gehen davon aus, dass weder die Gemeinde noch der SDT bei der Auslegung und Verabschiedung des neuen Gesetztes die Auswirkungen kannten. Es zeigte sich also bald nach dem Inkrafttreten des neuen TG ab, dass damit wesentlich mehr Einnahmen zur Verfügung stehen. Da Gemeinden keinen Gewinn realisieren dürfen, mussten mehr Angebote gefunden werden umso mehr Ausgaben zu generieren. Dies wurde durch die Herausgabe einer attraktiven Gästekarte verwirklicht. Neu sind grosse Leistungserbringer wie die Bergbahnen Disentis, die Matterhorn-Gotthard-Bahn und Weitere im Angebot enthalten. Das freut die Touristen und Gäste, die vom Angebot reichlich Gebrauch machen. Und zwar so viel, dass die Leistungserbringer über die vom SDT vereinbarten Kosten nicht deckend sind, und somit die Anbieter für die nächste Saison höhere Entschädigung fordern. Das ist ein Teufelskreis, den mehrheitlich die Zweitwohnungseigentümer finanzieren müssen. Das könnte zur Folge haben, dass die Tourismustaxen künftig noch mehr erhöht werden.

Die Auswertungen der Gästekarte 2016 zeigte, dass die Matterhorn-Gotthard-Bahn 70'000 mal, die Bergbahnen Disentis 22'000 mal, die Tgombahn 12'000 mal und das Bad Sedrun sowie das Sportzentrum Disentis je 8'000 mal benutzt wurden.

Die Balance zwischen Leistungen, Kosten und Art der Touristischen «Gratisleistungen» muss für alle stimmen. Die IGZWD wird sich entsprechend bei der Gemeinde und dem SDT einbringen um eine möglichst optimale Lösung für alle zu finden.


Tourismusgesetz 2015